Aus aktuellem Anlaß habe ich mich gefragt, ob Alfons XI. bei seiner umfangreichen Gesetzgebungstätigkeit auch gegen Waldbrände bzw. Brandstiftung Sanktionen festgesetzt hat. Immerhin handelt es sich um den Monarchen, in dessen Auftrag der Libro de la montería erstellt wurde. Ausgehend von der u.g. Literatur bin ich – bei einer zugegeben selektiven Quellenauswahl nach dem Prinzip der „heißen Spur“ – nicht fündig geworden. Ergänzungen bzw. die Korrektur meines Befundes sind jederzeit willkommen! Es darf allerdings vermutet werden, daß die Legislation zu dieser Thematik durch Alfons den Weisen und v.a. in den Fueros den Regelungsbedarf bereits abdeckte (vgl. v.a. Gómez Rojo, S. 352–361; außerdem Martínez Ruiz, S. 224). Die von Laso und Bauer (S. 10) zitierte Bestimmung in einem vermeintlichen Ordenamiento von Alcalá aus dem Jahre 1325, mit der der elfte Alfons die Veräußerung bestimmter Waldgebiete (“terrenos comunales”) verboten und ihre Restitution angeordnet habe, ließ sich übrigens weder für das Jahr 1325 noch für 1345 oder für die Ordenamientos von Alcalá des Jahres 1348 (de leyes und de peticiones) ausfindig machen.
Wo man sucht, findet man nicht immer das Gesuchte, oft aber das zunächst Liegende – und so lohnt sich, wo wir schon bei Umweltgeschichte und den königlichen Jagdgebieten sind, sicherlich ein Hinweis auf die letzte Bestimmung des Ordenamiento de peticiones von 1348 (Cortes de los antiguos reinos de León y de Castilla, publicadas por la Real Academia de la Historia, Band 1, Madrid 1861, S. 626, Punkt 131). Insofern keine Eingabe der Ständevertreter erwähnt wird, ist durchaus mit der Möglichkeit zu rechnen, daß der König den hier angesprochenen Mißstand, nämlich die Jagd mit gefährlichen Fallen, aus eigener Anschauung kannte, und Gefahren für Menschen und Pferde in den Waldrevieren deshalb unterbinden wollte. Ebenso wahrscheinlich ist, daß die an die Amtsträger gerichtete Schlußklausel nicht allgemeiner Vorsicht des Gesetzgebers entsprach, sondern daß es zwischen den Fallenstellern und den örtlichen Bediensteten des Königs des öfteren Komplizenschaft gab oder letztere zumindest ein solches Verhalten duldeten.
Hier der Text der Anordnung (Rechtschreibung wie in der o.g. Edition): Otrosy ffasta aqui armauan çepos grandes enlos montes para los venados grandes, e estos çepos atales eran peligrosos para poder caer en ellos omes o cauallos, tenemos por bien que daqui adelante ningunos non ffagan nin armen çepos grandes con ffierros en que pueda caer oso nin puerco nin çieruo, por guardar el peligro que podria acaesçer en lo que dicho es; et qualquier quelo ffiziere o lo armare, que por la primera vegada que yaga enla cadena medio anno, e por la segunda que yaga esse mismo tiempo enla cadena e le den sesenta açotes, e por la terçera vez quel corten la mano; et esto que gelo escarmienten los ofiçiales delos lugares. Et si nos sopieremos quelo non escarmientan, ssegund dicho es, que nos quel tiremos el ofiçio al que lo ansy non cunpliere e escarmentare commo dicho es.
Literatur zum Thema in enger Auswahl:
María Encarnación Gómez Rojo, Historia jurídica del incendio en la edad antigua
y en el ordenamiento medieval castellano: implicaciones urbanísticas y medioambientales, in: Revista de Estudios Histórico-Jurídicos (Sección Historia del Derecho Europeo) 33 (2011)
S. 321–373; online verfügbar unter: https://www.rehj.cl/index.php/rehj/article/view/552 (23.08.2026).
María-Pilar Laso/Erich Bauer, La propiedad forestal en España, in: Revista de Estudios Agrosociales 49 (1964), S. 7–53; online verfügbar unter: https://dialnet.unirioja.es/servlet/articulo?codigo=2203330 (23.08.2026).
E. Martínez Ruiz, Apuntes históricos sobre el fuego y el uso de la tierra en España, in: Congreso forestal español. Ponencias y comunicaciones, Band 3, Lourinzán 1993, S. 223–227; online verfügbar unter: https://secforestales.org/publicaciones/index.php/congresos_forestales/article/view/15108/14951 (23.08.2026).